SSC Donaueschingen entscheidet über zukünftige sportliche Heimat des Vereins

Donaueschingen (mi) Wird das Sportzentrum „Haberfeld“ zur neuen sportlichen Heimat des Schellenbergsportclubs? Ein erster Schritt in diese Richtung jedenfalls wurde in der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend im SSC-Clubheim getan, als 70 der anwesenden 89 Mitglieder dem Vorstand das Mandat zu entsprechenden Gesprächen mit der städtischen Verwaltungsspitze erteilten. „So viele Gäste hat das Clubhaus noch nie gesehen“ freute sich auch Ex-Vorsitzender Siegfried Heitz. Einleitend gab Vorsitzender Kai Sauser einen Bericht zur derzeitigen Situation und begründete die Aktivitäten in Richtung Umsiedlung, wohlwissend um die Brisanz des Themas.
Noch ist die Freude über den 2017 in Betrieb genommenen Kunstrasenplatz beim Anton-Mall-Stadion allgegenwärtig, da  bestehe aufgrund kontinuierlichem Mitgliederwachstums im SSC-Jugendbereich schon wieder Bedarf nach weiteren Spiel- und Trainingsmöglichkeiten. Mit der in absehbarer Zeit geplanten Instandsetzung des Donaueschinger Sportplatzdinos FC-Platz verlagere sich der Trainingsbetrieb immer mehr in Richtung "Haberfeld". Viele Spiele finden derzeit schon auf dem Kunstrasen statt, doch mangels Clubhaus sei kameradschaftliches Vereinsleben danach nicht möglich. Trainingsutensilien müssten an allen Plätzen vorgehalten werden, der organisatorische Aufwand zur Koordinierung von Platz und Kabinennutzung ist enorm.  Anfangs des Monats nun hätten er und sein Vorgänger Frank Jarsumbek einen Termin bei Oberbürgermeister Pauly wahrgenommen, um Vorstellungen und Rahmenbedingungen abzufragen, falls sich der SSC ernsthaft mit einem Umzug ins "Haberfeld" befassen sollte. Die durchaus positiven Signale der Stadt hätten nun die Vorstandschaft bewogen, in dieser Außerordentlichen Mitgliederversammlung die Stimmung und Meinung der Mitglieder zu diesem Unterfangen auszuloten, um bei entsprechendem Auftrag in konkrete Verhandlungen mit der Stadt einzutreten. Natürlich wäre ein solcher mit gewaltigen  Emotionen verbundener Schritt für viele ein schmerzhafter Einschnitt in ihrem Vereinsverständnis. Viel Herzblut ist mit dieser Anlage verbunden, die man nicht einfach aufgeben dürfe. Doch trotz aller Bedenken um den Verlust der SSC-Identität und den Umtausch eines heimeligen Sportplatzes gegen die Anonymität des Haberfeldsportgeländes blieb es eine intensive, aber jederzeit sachliche Diskussion. Rational erkannte man viel Verständnis und Einsicht in einen möglichen Standortwechsel, emotional konnten einige nicht über ihren Schatten springen und dem Wunsch der Vorstandschaft nach einer Gesprächsaufnahme in der Sache mit der Stadt zustimmen. Dass man für ein Bier im Clubhaus künftig um die halbe Stadt fahren müsse, dürfe letztendlich nicht das Kriterium für eine so richtungsweisende Entscheidung sein, so ein weiterer Einwurf.   Noch ist nichts entschieden, denn vieles hängt vom finanziellen Engagement der Stadt ab. Eine wichtige Rolle wird dabei auch die Zukunft der maroden Stadiongaststätte spielen. Diese wieder auf Vordermann zu bringen, erfordert nach Auskunft von Fachleuten einen enormen finanziellen Aufwand. Die Vorstandschaft jedenfalls hofft, möglichst alle Mitglieder auf dem Weg in eine Zukunft im Haberfeld mitnehmen zu können.
Manfred Minzer - 19.03.2019
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Siehe auch Südkurier-Bericht vom 22.03.2019 - Link
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